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Klinik

Herzlich willkommen auf der Website der Klinik für Thoraxchirurgie der Universitätsmedizin Rostock

In der Klinik für Thoraxchirurgie diagnostizieren und behandeln wir Erkrankungen der Lunge, der Brustwand, der Brusthöhle und des Zwerchfells. Als hochspezialisierte Klinik bieten wir das komplette chirurgische Behandlungsspektrum nach neuesten internationalen Standards. Die Behandlung umfasst die Diagnostik und operative Therapie von Lungenkrebs und Lungenmetastasen sowie Atemnot bei überblähter Lunge (Emphysem), aber auch Missbildungen des Thorax, übermäßiges Schwitzen der Hände und Achseln (Hyperhidrose) sowie Erröten (Erythrophobie) und weitere Eingriffe wie Port-Implantationen zur Verabreichung von Chemotherapien gehören zum operativen Versorgungsspektrum. Viele dieser Eingriffe werden als minimalinvasive Eingriffe, d.h. als Schlüsselloch-Eingriff sowie mithilfe der Robotertechnik durchgeführt, Lungenmetastasen werden mittels Laser Lungen-schonend entfernt.

Gemeinsam mit der Klinik für Pneumologie unter der Leitung von Prof. Virchow haben wir an der Universitätsmedizin Rostock ein Programm zur Behandlung des Lungenemphysems aufgebaut. Seit Beginn 2019 konnten wir in der gemeinschaftlichen Behandlung des Lungenemphysems mit Hilfe der LVRS, einer operativen Technik zur Verbesserung des Lungenemphysems (siehe weiter unten) die Atemnot vieler Patienten verringern und Ihnen damit eine bessere Lebensqualität ermöglichen.

 

Die wichtigsten thoraxchirurgischen Erkrankungen und deren Behandlung

 

Bronchialkarzinom

Das Lungenkarzinom stellt die häufigste Krebstodesursache dar. Der bedeutendste Risikofaktor für Lungenkrebs ist Zigarettenrauch, welcher in ca. 90% der Fälle ursächlich ist. Typische Symptome des Bronchialkarzinoms sind chronischer Husten, blutiger Auswurf, häufige Atemwegsinfekte oder Luftnot.

Die Diagnostik mit bildgebenden Verfahren (Röntgen, Computertomographie (CT), PET-CT, MRT) und feingeweblicher (histologischer) Untersuchung dient der genauen Stadien-Einteilung des Tumors. Die individuelle Therapie wird in einer interdisziplinären Tumorkonferenz (Pneumologie, Thoraxchirurgie, Pathologie, Strahlentherapie, Onkologie) besprochen und richtet sich nach dem genauen Stadium der Erkrankung.

Lungentumoren können anhand der histologischen Untersuchung in zwei Gruppen unterteilt werden:

•           Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (ca. 85%): Adenokarzinom, Plattenepithelkarzinom,
             Großzelliges Karzinom

•           Kleinzelliges Lungenkarzinom (ca. 15%)

Die schlechteste Prognose weist das kleinzellige Lungenkarzinom auf, die beste das nichtkleinzellige Lungenkarzinom mit einer Überlebenswahrscheinlichkeit bis zu 60-70% in frühen Stadien.

Zur operativen Behandlung wird neben der offenen Entfernung des Karzinoms zunehmend die minimal-invasiv Entfernung des Tumor-tragenden Lungenabschnittes mit Entfernung der mediastinalen Lymphknoten mittels Schlüssellochoperation durchgeführt. In Bezug auf das Gesamtüberleben und dem lokalen Tumorrückfall zeigt sich kein Unterschied zum offenen Verfahren. Bei  der Schlüssellochoperation ergibt sich aber ein komplikationsärmerer Verlauf, mit rascherer Erholung und schnellerer Integration in den Arbeitsprozess.

 

Lungenemphysem

Das Lungenemphysem entsteht im Rahmen einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).
Dabei handelt es sich um eine ständig fortschreitende Überblähung einzelner Lungenteile, welche vor allem mit zunehmender Luftnot und damit einhergehend deutlicher Einschränkung der Lebensqualität, einhergeht. Ursächlich ist das Rauchen mit über 80% die häufigste Ursache für die Entstehung des Lungenemphysems. Es gibt zwar auch die genetischen Ursachen, wie Alpha-1-Antitrypsin Mangel, diese sind aber mit unter 10 % vergleichsweise selten. Als beste diagnostische Methode für den Emphysemnachweis ist neben der Lungenfunktionstestung die Computertomographie. 

Das Lungenemphysem kann in früheren Stadien medikamentös behandelt werden. In fortgeschrittenen Stadien kommt eine operative Technik, nämlich die sogenannte Lungen-Volumen-Reduktion in Schlüssellocktechnik zur Anwendung, was für den Patienten eine erhebliche Verbesserung der Atemleistung und damit eine verbesserte Lebensqualität bedeutet.

 

Pneumothorax

Bei einem Pneumothorax handelt es sich um einen teilweisen oder kompletten Kollaps der Lunge, bei der es zu einer Luftansammlung zwischen Lunge und Brustwand kommt. Die häufigste Form ist der primäre Spontanpneumothorax, welcher ohne ersichtliche Ursache bei an sich lungengesunden Menschen auftritt.
Er betrifft typischerweise junge, schlanke Männer, aber auch Frauen im Alter zwischen zirka 15 und 35 Jahren. Betroffen sind häufig Raucher, und an der Spitze der Lunge finden sich kleine Luftbläschen die spontan geplatzt sind. Die Symptomatik bei einem Pneumothorax kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Diese reicht von geringem Hustenreiz oder leichtem Druckgefühl und Schmerz bis zu ausgeprägter Atemnot und Erstickungsgefühl.

Die Diagnostik der Wahl, welche in der Regel einen Pneumothorax zuverlässig nachweist, ist neben der sorgfältigen klinischen Untersuchung das Thorax-Röntgenbild. Handelt es sich um einen idiopathischen Spontan-Pneumothorax und tritt dieser zum ersten Mal auf, wird er in der Regel konservativ behandelt.
Die konservative Therapie besteht bei geringer Ausprägung eines Spontan-Pneumothorax (apikale Ausdehnung kleiner als 2 cm) in einer engmaschigen Röntgenverlaufskontrolle. In allen anderen Fällen besteht die  Anlage einer Thoraxdrainage, sodass der Unterdruck innerhalb des Thorax wiederhergestellt wird und die Lunge sich ausdehnt. Bei Rezidiv eines Pneumothorax (wiederholtes Auftreten), bei persistierendem Luftverlust
über 3-4 Tage oder aber bei Vorliegen eines sekundären Pneumothorax (d.h. einer Lungenerkrankung), wird ein operativer Eingriff empfohlen. Dieser beinhaltet die Spiegelung (Thorakoskopie) der betroffenen Brusthöhle in einer Vollnarkose. Um die Undichtigkeit des Lungenfells zu verschließen, wird eine sparsame Keilresektion in dem betroffenen Lungenabschnitt vorgenommen, in der Regel liegt diese im Spitzenbereich vor. Zusätzlich wird eine sogenannte Abrasio des Rippfells, d.h. eine Aufrauhung zur Verklebung der Lunge mit der Brustwand vorgenommen. Im Falle eines Rezidivs des Pneumothorax wird eine Talk-Pleurodese, eine Verklebung beider Felle mittels Talk-Poudrage, durchgeführt.

 

Hyperhidrose und Erythrophobie (übermäßiges Schwitzen und Erröten)

Als Hyperhidrose wird das übermäßige Schwitzen bezeichnet. Betroffene Personen produzieren mehr Schweiß als für die Regulation der Körpertemperatur notwendig. Unter Erythrophobie versteht man die Angst vor dem Erröten, wobei das ausgeprägte Rotwerden im Gesicht das Unbehagen dieser Situation noch deutlich verstärkt. Meist ist dabei nicht das Rot werden selbst das größte Problem, sondern die Angst davor, dass es unkontrolliert auftritt. Sowohl die Hyperhidrose wie die Erythrophobie haben beide ihren Ursprung in einer Fehlfunktion des sympathischen Nervensystems. Dieser Nerv, der als sympathischer Grenzstrang bezeichnet wird, verläuft neben der Brustwirbelsäule direkt unter dem Brustfell und ist somit durch eine Brustkorbspiegelung (Thorakoskopie) zugänglich.

Eine von uns angebotene, operative Lösung bietet die sogenannte thorakoskopische Sympathektomie. Dabei wird ein umschriebener Teil des sympathischen Grenzstranges, der das Schwitzen in der zugehörigen Region reguliert, durchtrennt. Dieser Eingriff erfolgt minimal-invasiv mit der Schlüsselloch-Chirurgie. Die Operation erfolgt in Vollnarkose und braucht einen eintägigen Spitalaufenthalt. Durch die Operation werden die Hände der Patienten in 95 bis 100 Prozent der Fälle absolut trocken. Häufig (ca. 50%) tritt nach der Operation an anderen Körperstellen ein mildes vermehrtes Schwitzen auf (kompensatorische Hyperhidrose), was aber vom überwiegenden Teil der operierten Patienten als nicht sehr störend empfunden wird. In 1,5 bis 2 Prozent der Fälle sind die Patienten durch das kompensatorische Schwitzen aber sehr stark beeinträchtigt. Extrem selten tritt nach der Operation ein so genanntes Horner-Syndrom auf. Dies bedeutet, dass das Oberlid leicht hängt
und die Pupille etwas enger gestellt ist. Auf die Sehleistung hat dies jedoch keinen Einfluss. In erfahrenen Händen, kann dies aber verhindert werden.

 

Trichterbrust

Die Trichterbrust ist eine genetisch vorgegebene Veränderung der Verbindungen zwischen Rippen und Brustbein. Dabei kommt es zu einem trichterförmigen Einsinken des kaudalen Anteils des Brustbeins in den Brustraum. Jungen sind etwa dreimal häufiger als Mädchen betroffen. Eine familiäre Häufung wird in 35 Prozent der Fälle beobachtet. Kompression und Verdrängung von Herz und/oder Lunge durch den Trichter können eine verminderte Leistungsfähigkeit bei körperlichen Belastungen hervorrufen. Die Trichterbrustdeformation kann auch zu einer Beeinträchtigung der Körperhaltung führen, teilweise verbunden mit Schmerzen.

Eine wesentliche Rolle spielen darüber hinaus die kosmetisch-ästhetischen Beeinträchtigungen mit Ausbildung von psychischen Problemen. In unserer Klinik für Thoraxchirurgie wird ausschließlich die minimalinvasive Korrektur der Trichterbrust (Pectus Bar) angewandt. Diese Methode wurde 1987 von Donald Nuss entwickelt. Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Es werden über zwei kleine Schnitte (circa 3 bis 4 Zentimeter) am seitlichen Brustkorb beidseits ein zuvor an den Brustkorb genau angepasster Metallbügel (Pectus Bar) hinter das Brustbein geschoben. Der Krankenhausaufenthalt beträgt etwa 5 Tage.

 

Sehr gerne beraten wir Sie zu jedem Krankheitsbild zu jeder Zeit, rufen Sie uns an oder kommen Sie vorbei:

Klinik und Poliklinik
Abteilung für Thoraxchirurgie
Universitätsmedizin Rostock
Schillingallee 35
18057 Rostock

Anfahrt: hier

 

Thoraxsprechstunde

Termine Donnerstags
zwischen 09.00 - 14.00 Uhr

(bitte telefonisch vereinbaren beim Sekretariat. Das Sekretariat ist besetzt Mo.-Fr. von 08.00 bis 13.30 Uhr)

Stefanie Pätzold:  0381 494 6091